Neurofeedback

  • Selbstregulation erlernen
  • Aufmerksamkeit trainieren
  • Gehirnaktivitäten ausgleichen

Neurofeedback wird seit einiger Zeit bei einigen neurologischen und psychiatrischen Krankheitsbildern zunehmend nachgefragt und auch mit Erfolg angewendet. Es handelt sich dabei um ein wissenschaftlich fundiertes, computergestütztes Therapie- und Trainingsverfahren, das die Selbstregulationsfähigkeit des zentralen Nervensystems nachhaltig verbessern kann. Selbstregulation bedeutet in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, Balance zwischen Erregung und Hemmung neuronaler Zustände halten zu können. 

Es ist bewiesen, dass zwischen bestimmten Aktivitätsmustern im Gehirn und dem Verhalten Zusammenhänge bestehen. Werden die Aktivitätsmuster verändert, können sich somit auch Verhaltensmuster ändern.

Unter unserer therapeutischen Begleitung wird über das Neurofeedback ein Prozess eingeleitet, der dem Gehirn hilft, sich selbst besser zu regulieren, flexibler in andere Erregungszustände zu wechseln oder Zustände stabil zu halten. 

Wir sehen im Neurofeedback eine bereichernde Komponente für eine ergotherapeutische Behandlung. Neurofeedback ist keine für sich stehende Therapieform, sondern wird von uns als Ergänzung zu anderen wirksamen Methoden eingesetzt.

Ob Neurofeedback indiziert ist, wird im Einzelfall mit dem Anwender abgeklärt.

 

ILF Neurofeedback/ Othmer- Methode

In unserer Praxis wird das ILF- Verfahren praktiziert, dass nach den Entwicklern Sue und Siegfried Othmer auch als Othmer- Methode bekannt ist. ILF bedeutet "Infra- Low- Frequency" - trainiert wird demnach in einem Frequenzbereich der unter 0,1 Hz (Infra- Low- Bereich) liegt.

Das besondere an ILF Neurofeedback ist, dass sich das Verfahren an den Symptomen des Anwenders orientiert. Diese sind ausschlaggebend für die Art des Feedbacks, Zielfrequenz und Elektrodenplazierung.

Eine gute Beschreibung der Methode, die den Unterschied zu klassischem Frequenzbandtraining und SCP- Training verdeutlicht, finden Sie unter folgendem Link: ILF Neurofeedback

Auch zu empfehlen ist ein Blick in folgendes Buch, in welchem Ihnen in leicht verständlicher Sprache die Funktionsweise des Neurofeedbacks erklärt wird: Buchtipp ILF Neurofeedback


Wie kann man sich eine ILF Neurofeedbackbehandlung vorstellen?

Am Kopf werden computergestützte Messgeräte (Elektroden) angeschlossen, welche die aktuellen Gehirnaktivitäten (Gehirnströme) ableiten und sichtbar machen. Das Vorgehen entspricht dem Prinzip eines EEGs und ist vollkommen schmerzfrei. Die elektrischen Signale werden mit einer speziellen Software verschaltet und dann wieder über eine Computeranimation, wie z.B. eine bewegte Waldlandschaft, eine Unterwasserwelt oder einer Rennstrecke ähnlich eines Computerspiels auf einem Bildschirm sichtbar, also wahrnehmbar gemacht. Über Bild, Ton und taktile Reizgebung bekommt man eine sicht-, hör- und fühlbare Rückmeldung über die eigenen Hirnaktivitäten - das Feedback.

Da unser Gehirn immer sofort auf Veränderungen unserer Umwelt reagiert, wird zeitgleich wiederum die Animation beeinflusst. Es wird dem Gehirn gewissermaßen gespiegelt, was es gerade tut. Anwender und Animation stehen also in einer unmittelbaren Wechselwirkung- verändern sich die Gehirnaktivitäten, so verändert sich auch das Bild auf dem Bildschirm. Durch das Neurofeedbackverfahren wird die eigene Selbstwirksamkeit also auf direktem Weg erfahrbar gemacht.

ILF- Neurofeedback ist für jeden Menschen geeignet. Das Mindestalter liegt in der Regel jedoch bei etwa 6 Jahren, da erst dann die entsprechende Hirnreife für eine Therapie gewährleistet ist.